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Zeitachse der Anmeldung in Österreich

Kauf · Unterlagen sammeln
Meldung · beim Netzbetreiber
Zwei Wochen · Frist läuft
Inbetriebnahme · ohne Verlängerungskabel

2 Wochen Die Meldung muss mindestens zwei Wochen vor dem ersten Einschalten beim Netzbetreiber sein (E-Control).

Zeitachse der Anmeldung in Österreich. Zum Ablesen den Regler ziehen oder mit den Pfeiltasten bewegen.

Balkonkraftwerk in Österreich: Anmeldung, 800 Watt und was sonst gilt

Von Sebastian Holzer, Wien · zuletzt geprüft am

Die meisten Ratgeber zum Balkonkraftwerk beschreiben deutsche Regeln. In Österreich ist einiges anders: Du meldest beim Netzbetreiber statt in einem Register, und als Mieter hast du keinen gesetzlichen Anspruch. Hier steht, was in Österreich gilt, mit Quelle für jede Regel.

Du wohnst in Deutschland? Dort gelten andere Regeln.

Die Regeln in Österreich auf einen Blick

FrageAntwortQuelle
Wie viel Leistung?höchstens 800 W, die ins Netz abgegeben werden können, alle Geräte zusammenE-Control
Genehmigung?neinE-Control
Meldung?beim Netzbetreiber, mindestens zwei Wochen vor dem ersten EinschaltenE-Control
Verlängerungskabel?nicht erlaubt, ebenso SteckdosenleistenE-Control
Wohnungseigentum?Zustimmung gilt als erteilt, wenn die anderen Eigentümer zwei Monate nicht widersprechen (seit 1. September 2024)Sozialministerium, konsumentenfragen.at
Mietwohnung?Zustimmung von Vermieter oder Hausverwaltung nötigSozialministerium, konsumentenfragen.at
Vergütung für eingespeisten Strom?ohne eigenen Vertrag in der Regel keine
Bundesförderung?für Balkonkraftwerke ohne eigenen Zählpunkt in der Regel nicht

Stand 25.10.2026

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk in Österreich haben?

Als Kleinsterzeugungsanlage gilt in Österreich eine Anlage, die in Summe höchstens 800 W abgibt. Gemeint ist die Leistung, die ins Netz gehen kann, also in der Praxis die Leistung des Wechselrichters. Hast du zwei Geräte an deinem Anschluss, zählen beide zusammen. Ältere Ratgeber nennen noch 600 W. Diese Grenze ist überholt.

Über die Leistung der Module sagt die E-Control nichts. Viele Sets haben mehr Modulleistung als 800 W und begrenzen die Abgabe im Wechselrichter. Was dein Set darf, steht im Datenblatt und in der Konformitätserklärung des Herstellers.

Wer mehr als 800 W einspeisen will, braucht einen regulären Netzzugangsvertrag. Dann ist es kein Balkonkraftwerk im vereinfachten Sinn mehr.

Balkonkraftwerk in Österreich anmelden: so geht's

  1. Netzbetreiber herausfinden. Er steht auf deiner Stromrechnung. Netzbetreiber und Stromlieferant können verschiedene Firmen sein. Du meldest beim Netzbetreiber.
  2. Unterlagen bereitlegen. Zählpunktnummer (steht auf der Rechnung), Datenblatt und Konformitätserklärung des Wechselrichters, Leistung des Wechselrichters.
  3. Formular ausfüllen. Die meisten Netzbetreiber haben ein Online-Portal oder ein Formular für Kleinsterzeugungsanlagen bzw. Mini-PV-Anlagen.
  4. Zwei Wochen warten. Die Meldung muss mindestens zwei Wochen vor dem ersten Einschalten beim Netzbetreiber sein.
  5. Anschließen. Direkt an eine feste Steckdose, ohne Verlängerungskabel. Die E-Control empfiehlt, die Elektroinstallation vorher von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen.

Bei manchen Netzbetreibern wird danach der Zähler getauscht. Das veranlasst der Netzbetreiber selbst.

Meldung bei den großen Netzbetreibern

In Österreich gibt es über hundert Netzbetreiber, darunter viele kleine Stadt- und Gemeindewerke. Welcher deiner ist, steht auf der Stromrechnung. Die großen:

NetzbetreiberGebietMeldung
Wiener NetzeWienOnline-Formular
Netz NiederösterreichNiederösterreichauf der Website des Netzbetreibers
Netz OberösterreichOberösterreichauf der Website des Netzbetreibers
Energienetze SteiermarkSteiermarkFormular „Meldung Ihrer Kleinsterzeugungsanlage“
Stromnetz GrazGrazauf der Website des Netzbetreibers
Salzburg NetzSalzburgauf der Website des Netzbetreibers
TINETZTirolauf der Website des Netzbetreibers
Kärnten NetzKärntenauf der Website des Netzbetreibers
Netz BurgenlandBurgenlandauf der Website des Netzbetreibers
Vorarlberger EnergienetzeVorarlbergauf der Website des Netzbetreibers

Bei Wiener Netze gilt die Anlage als geduldet, wenn der Netzbetreiber nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Meldung widerspricht. Andere Netzbetreiber schicken eine Bestätigung. Steht im Formular deines Netzbetreibers etwas anderes als hier, gilt das Formular.

Balkonkraftwerk als Wohnungseigentümer oder Mieter

Wohnungseigentum

Seit 1. September 2024 ist es einfacher. Eine Anlage bis 800 W auf deinem eigenen Balkon oder deiner Terrasse, angeschlossen an eine vorhandene Steckdose, gilt als genehmigt, wenn die anderen Eigentümer nach ordnungsgemäßer Verständigung zwei Monate lang nicht widersprechen. In der Verständigung musst du darauf hinweisen, dass Schweigen als Zustimmung gilt. Widerspricht jemand, kann das Gericht die Zustimmung ersetzen, wenn es keinen triftigen Grund für das Nein gibt.

Miete

Diese Erleichterung gilt nicht für Mieter. Du brauchst die Zustimmung deines Vermieters oder der Hausverwaltung. Einen gesetzlichen Anspruch wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Ein freundlich formulierter Antrag mit Datenblatt und Montagebeschreibung hilft. Mehr dazu und ein Musterschreiben

Balkonkraftwerk mit Speicher in Österreich

Ein Speicher ist erlaubt. Gibt er Strom ins Hausnetz ab, zählt seine Leistung zur 800-W-Grenze dazu. Gib ihn bei der Meldung an den Netzbetreiber mit an. Welche Speicher es gibt und wann sich einer lohnt

Gibt es in Österreich eine Förderung für Balkonkraftwerke?

Vom Bund in der Regel nicht. Die Investitionsförderung nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz setzt einen eigenen Zählpunkt voraus, den ein Balkonkraftwerk normalerweise nicht hat. Manche Bundesländer und Gemeinden fördern kleine Anlagen oder Speicher. Die Angaben dazu ändern sich oft und widersprechen sich in vielen Ratgebern. Frag deshalb direkt bei deiner Gemeinde, der Energieberatung deines Bundeslandes oder deinem Netzbetreiber nach, bevor du kaufst.

Was passiert mit dem Strom, den ich nicht verbrauche?

Er fließt ins Netz. Ohne eigenen Vertrag mit einem Stromabnehmer bekommst du dafür in der Regel kein Geld. Ein Balkonkraftwerk rechnet sich deshalb über den Strom, den du selbst verbrauchst.

Der Nullsteuersatz für Photovoltaik galt in Österreich nur 2024 und Anfang 2025. Heute zahlst du auf ein Balkonkraftwerk die normale Umsatzsteuer.

Was in Österreich anders ist als in Deutschland

ThemaÖsterreichDeutschland
Leistungsgrenze800 W Abgabe800 VA Wechselrichter, 2.000 W Module
Anmeldungbeim Netzbetreiber, 2 Wochen vorherim Marktstammdatenregister, innerhalb eines Monats danach
MieterZustimmung des Vermieters nötig, kein AnspruchAnspruch auf Erlaubnis, außer unzumutbar
WohnungseigentumZustimmung gilt nach 2 Monaten ohne WiderspruchAnspruch, Gemeinschaft beschließt über das Wie
Umsatzsteuerregulär0 % ab 300 W Modulleistung

Achtung bei Online-Shops aus Deutschland: Anleitungen und Musterschreiben dort beziehen sich auf deutsches Recht.

Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk in Österreich

Wie viel kW darf ein Balkonkraftwerk in Österreich haben ohne Anmeldung?
Ohne Meldung keines. Jedes Balkonkraftwerk musst du beim Netzbetreiber melden. Eine Genehmigung brauchst du bis 800 W aber nicht.
Ist ein Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt in Österreich erlaubt?
Module mit 2.000 W sind möglich, wenn der Wechselrichter höchstens 800 W ins Netz abgibt. Ob dein Set dafür freigegeben ist, steht in den Herstellerunterlagen.
Ist ein Schuko-Stecker erlaubt?
Die E-Control schreibt keine Steckerart vor. Sie verlangt, dass der Hersteller die Einspeisung über eine fest installierte Steckdose freigibt, und verbietet Verlängerungskabel und Steckdosenleisten.
Darf mein Vermieter das Balkonkraftwerk verbieten?
Ja, in Österreich brauchst du seine Zustimmung. Anders als in Deutschland gibt es keinen gesetzlichen Anspruch.
Wird mein Überschuss vergütet?
Ohne eigenen Vertrag in der Regel nicht.

Im Zweifel bei deinem Netzbetreiber nachfragen. Das hier ist keine Rechts- oder Elektroberatung.